Prognosebericht

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Gesamtwirtschaftliche Erwartungen

Angesichts der anhaltenden internationalen Finanz- und Bankenkrise geht die Europäische Kommission in ihrer Konjunkturprognose vom Januar 2009 davon aus, dass die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr in der Europäischen Union um 1,8 % und in Deutschland um 2,3 % schrumpft. Im Jahr 2010 erholt sich die Konjunktur danach voraussichtlich nur leicht mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 0,5 % (EU) bzw. 0,7 % (Deutschland). Die (Büro-Beschäftigung geht vor diesem Hintergrund in beiden Jahren signifikant zurück.

Die Inflation wird sich aufgrund der trüben wirtschaftlichen Aussichten auf geringem Niveau einpendeln: Die Europäische Kommission schätzt, dass die Verbraucherpreise in der Eurozone im laufenden Jahr nur um 1,0 % und im Jahr 2010 um 1,8 % zulegen.

Immobilienmärkte

Fachinstitutionen wie AtisReal und Jones Lang LaSalle erwarten angesichts der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen, dass Europas Vermietungsmärkte im Jahr 2009 durch fallende Flächenumsätze, eine geringere Nachfrage und folglich durch steigende Leerstandsquoten gekennzeichnet sein werden. Die Mieten werden aufgrund des Marktungleichgewichtes in den meisten europäischen Bürostandorten tendenziell fallen.

Gleichzeitig ist aufgrund der restriktiven Immobilienfinanzierung damit zu rechnen, dass das Transaktionsvolumen am Anlagemarkt für Gewerbeimmobilien im Vergleich zum Vorjahr nochmals zurückgeht.

Voraussichtliche Konzernentwicklung

Mit der Finanz- und Bankenkrise sind die Immobilienmärkte und ihr Umfeld außergewöhnlich schwer berechenbar geworden. IVG hat daher entschieden, zunächst keine quantitative Prognose über die Ergebnisentwicklung der nächsten Geschäftsjahre zu geben. IVG erwartet durch die Rezession eine Belastung der Nachfrage auf den Büroimmobilienmärkten. Durch die Fristenstruktur der Mietverträge dürfte sich dies lediglich abgemildert auf das Portfolio der IVG auswirken, da ein geringes Ausfallrisiko der bestehenden Mieter angenommen werden kann. Für die nächsten zwei Geschäftsjahre wurde in der Planung für den Geschäftsbereich IVG Investment vorsorglich eine Reduktion der Mieteinnahmen um bis zu 5 % p.a. eingestellt. Zur Sicherung des finanziellen Handlungsspielraums ist weiterhin vorgesehen, im Planungszeitraum selektiv Immobilien zu veräußern.

Die Entwicklung der Investmentmärkte sollte IVG im Geschäftsbereich Fonds in die Lage versetzen, für institutionelle und private Investoren, die über genügend Eigenkapital verfügen, Immobilien zu erwerben und entsprechende Gebühren zu generieren. In den nächsten zwei Jahren sollte IVG daher in der Lage sein, das Vertriebsvolumen im Bereich Private Funds zu steigern. Für den Bereich Institutional Funds erwartet IVG in diesem Zeitraum mit einem Immobilienankaufsvolumen von 2 bis 3 Mrd. Euro und gezielten Abverkäufen ein Wachstum des betreuten Bruttofondsvolumens.

Da IVG mittelfristig den eigenen Kapitaleinsatz im Geschäftsbereich Development zurückfahren will, sind in diesem Bereich für die nächsten Jahre keine Akquisitionen geplant. IVG erwartet bei einem Projektverkaufsvolumen von über 700 Mio. Euro in den nächsten zwei Jahren eine entsprechende Reduktion der kurzfristigen Projektpipeline.

Im Bereich Caverns erwartet IVG für 2009 die Fertigstellung von einer und für 2010 von sieben [glossar] Kavernen, die planmäßig an den von IVG gemanagten Kavernen-Spezialfonds übergeben werden. Der Ankauf der Kavernen erfolgt dabei unter Ziehung des von institutionellen Investoren zur Verfügung gestellten Eigenkapitals sowie durch Darlehensaufnahmen.

Dieser Lagebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen und Informationen. Solche vorausschauenden Aussagen beruhen auf unseren heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen. Sie bergen daher eine Reihe von Risiken und Ungewissheiten. Eine Vielzahl von Faktoren, von denen zahlreiche außerhalb des Einflussbereichs von IVG liegen, beeinflussen die Geschäftsaktivitäten, den Erfolg, die Geschäftsstrategie und die Ergebnisse von IVG. Diese Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, Erfolge und Leistungen der IVG Immobilien AG wesentlich abweichen.

Sollten sich eines oder mehrere dieser Risiken oder Ungewissheiten realisieren oder sollte sich erweisen, dass die zugrunde liegenden Annahmen nicht korrekt waren, können die tatsächlichen Ergebnisse sowohl positiv als auch negativ wesentlich von denjenigen Ergebnissen abweichen, die in der zukunftsgerichteten Aussage als erwartete, antizipierte, beabsichtigte, geplante, geglaubte, projizierte oder geschätzte Ergebnisse genannt worden sind. IVG übernimmt keine Verpflichtung und beabsichtigt auch nicht, diese zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren oder bei einer anderen erwartetenEntwicklung zu korrigieren.

Bonn, den 21.03.2009

Gerhard Niesslein
Bernd Kottmann
Georg Reul


 

Andreas Barth
Wolfgang Schäfers