Operative Stabilität trotz negativer Marktwertentwicklungen

Das Geschäftsjahr 2008 ist geprägt durch negative Wertänderungen, die die positive Entwicklung des operativen [glossar] EBIT vor Wertänderungen überlagern und insgesamt zu einem Konzernergebnis von -451,7 Mio. Euro geführt haben.

Besondere Ergebniskomponenten waren:

  • Negative Entwicklung der Marktwerte von Immobilien
  • Gewinne aus dem Verkauf von 40 Kavernen

Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für das Jahr 2008 einen Verlust von 451,7 Mio. Euro (Vorjahr: +301,0 Mio. Euro) aus, der u.a. auf die negativen Entwicklungen der Finanz- und Bankenkrise zurückzuführen ist. Die negativen unrealisierten Wertänderungen von [glossar] Investment Property, Vorräten im Bereich Development und Finanzinstrumenten belasten das Konzernergebnis mit -944,4 Mio. Euro. Das operative EBIT vor Marktwertänderungen ist dagegen von +325,0 Mio. Euro auf +722,0 Mio. Euro gestiegen.

Zum dritten Quartal 2008 hatten wir für das Geschäftsjahr 2008 ein Konzernergebnis von +50 bis +70 Mio. Euro prognostiziert. Aufgrund der Folgen der Verschärfung der Finanz- und Bankenkrise mussten darüber hinaus nicht zahlungswirksame Wertkorrekturen von ca. 555 Mio. Euro vorgenommen werden, die mit 260 Mio. Euro das EBIT des Geschäftsbereichs Investment, mit 215 Mio. Euro das EBIT des Geschäftsbereichs Development und mit 80 Mio. Euro das Finanzergebnis betreffen. Dagegen ist ein Mehrergebnis aus der Kavernentransaktion von 47 Mio. Euro zu verzeichnen. Diese Effekte führten zu einem Konzernverlust von 451,7 Mio. Euro.

Die wesentlichen Gewinn- und Verlustrechnungs-Posten haben sich wie folgt entwickelt:

Die Umsatzerlöse stiegen von 532,4 Mio. Euro um 76,2 Mio. Euro auf 608,6 Mio. Euro. Dies ist im Wesentlichen auf den Anstieg der Nettomieten um 104,6 Mio. Euro im Geschäftsbereich Investment zurückzuführen. Dieser Anstieg ergab sich aus Immobilienkäufen des Vorjahres und des ersten Quartals 2008. Dem steht ein Rückgang der Erlöse aus dem Geschäftsbereich IVG Funds um 33,7 Mio. Euro gegenüber, der aus dem geringeren Eigenkapitalplatzierungsvolumen des Bereichs Private Funds resultiert.

Die Marktwertänderungen sanken insgesamt von +309,8 Mio. Euro um 722,0 Mio. Euro auf -412,2 Mio. Euro. Diese Position ist durch die nicht zahlungswirksamen unrealisierten Marktwertänderungen der Investment Property (Veränderung gegenüber Vorjahr: -755,3 Mio. Euro) geprägt. Hier sind die Folgen der Finanz- und Bankenkrise besonders spürbar gewesen.

Der Anstieg des Materialaufwands von 378,1 Mio. Euro um 314,5 Mio. Euro auf 692,6 Mio. Euro ist zum einen auf die gegenüber dem Vorjahr erhöhten Bauaktivitäten im Geschäftsbereich Development und zum anderen auf zahlungsunwirksame Wertkorrekturen von Projektentwicklungen über insgesamt 215,1 Mio. Euro zurückzuführen. Die Wertänderungen sind primär Folge der negativen Entwicklung der Rahmenbedingungen.

Der Personalaufwand sank von 90,7 Mio. Euro um 21,9 Mio. Euro auf 68,8 Mio. Euro. Ursache hierfür ist vor allem der deutliche Rückgang der Rückstellungen für Tantiemen und Performance Share Pläne.

Die Aufwendungen aus Investment Property stiegen trotz der umfangreichen Portfolioerweiterungen des Vorjahres nur unterproportional von 63,9 Mio. Euro um 17,8 Mio. Euro auf 81,7 Mio. Euro an.

Der sonstige betriebliche Aufwand sank leicht von 181,1 Mio. Euro um 2,5 Mio. Euro auf 178,6 Mio. Euro. Hierin enthalten sind im Wesentlichen Prüfungs-, Rechts- und Beratungskosten (35,9 Mio. Euro), bezogene Fremdleistungen (18,5 Mio. Euro), Kosten der Datenverarbeitung (15,8 Mio. Euro), Buchverluste (11,4 Mio. Euro) und eine Wertkorrektur für eine zu platzierende Immobilie im Bereich Private Funds (7,8 Mio. Euro).

Aufgrund der außerordentlich negativen Marktentwicklungen sank das EBIT von +475,6 Mio. Euro um 574,2 Mio. Euro auf -98,6 Mio. Euro, obwohl das operative EBIT vor unrealisierten Wertänderungen von +325,0 Mio. Euro um 397,0 Mio. Euro auf +722,0 Mio. Euro anstieg (ohne Kavernentransaktion: +369,7 Mio. Euro).

Das Finanzergebnis sank im Geschäftsjahr 2008 um 282,7 Mio. Euro auf -398,5 Mio. Euro. Es ist dabei maßgeblich durch den investitionsbedingten erhöhten Finanzierungsbedarf sowie durch negative Wertänderungen geprägt. Letztere resultieren aus Fremdwährungseffekten, Bewertung von Derivaten und Wertkorrekturen von Finanzanlagen.

Die Ertragsteuern beliefen sich auf +45,4 Mio. Euro (Vorjahr: -58,8 Mio. Euro). Die Konzernsteuerquote liegt bei 9,1 % (Vorjahr: 16,3 %). Der Ertrag ergibt sich als Saldo aus tatsächlichen Steueraufwendungen von -402,9 Mio. Euro und latenten Steuererträgen von +448,3 Mio. Euro. Die Steueraufwendungen beinhalten im Wesentlichen Ertragsteuern aus konzerninternen Umwandlungsvorgängen. Aufgrund des Verkaufs der Anteile an der entsprechenden Gesellschaft haben diese Aufwendungen nur teilweise zur Auszahlung geführt. Die latenten Steuererträge stammen primär aus der erwähnten konzerninternen Umwandlung.

Das Konzernergebnis sank insgesamt von +301,0 Mio. Euro um 752,7 Mio. Euro auf -451,7 Mio. Euro.

Wesentliche
GuV-Kennzahlen

2007

2008

in Mio. €

Vor Wert-
änderungen

Unreali-
sierte Wert-
änderungen

Summe

Vor Wert-
änderungen

Unreali-
sierte Wert-
änderungen

Summe

 

 

 

 

 

 

 

Umsatzerlöse

532,4

 

532,4

608,6

 

608,6

Marktwertänderungen von Investment Property

137,8

172,0

309,8

171,1

-583,3

-412,2

EBIT

325,0

150,6

475,6

722,0

-820,6

-98,6

Finanzergebnis

-119,3

3,5

-115,8

-274,7

-123,8

-398,5

Konzernergebnis

 

 

301,0

 

 

-451,7

Unverwässertes Ergebnis
je Aktie

 

 

2,34

 

 

-4,18

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